Schwul.

Manchmal wäre ich gerne ein Junge. Weil ich dann schwul wäre und das vielleicht ein Erklärung wäre, warum ich bin, wie ich bin. Oder weil es eine bessere Lüge wäre, als alles andere. Schwule sind ja irgendwie trotz allem cool.

Ich mag Schwule. Manchmal sind sie innerlich so zerrissen, wenn sie nicht wissen, was richtig ist und was nun falsch ist und was nicht. Und weil sie so unendlich verliebt sind. So abgrundtiefsinnig sind.

Gestern abend kam im TV "Coming Out", ein Film aus dem Osten und aus dem Jahre 1989. Er hatte am 4. November Prämiere. Es war ein komischer Film. Ich hatte ein paar Minuten später eingestellt, und man sah dann nur, wie die erst durch die Gegend gefahren sind, mit Sirene und dann wurde einem Jungen der Magen ausgepumt (zumindest vermute ich das). Und er heulte anschließend, weil er schwul war. Dann machte der Film einen Schwenk, und kam zu einem jungen Lehrer namens Phillip, der eine Frau kennen lernt und sie auch lieben lernt, es zeigt, wie sie zusammen kommen, wie sie zusammen ziehen (bzw. er zieht zu ihr), wie er unterrichtet und dann kommt ein Typ, von ihr Redford genannt, zu ihr und Phillip kennt ihn. Er und Redford waren früher ein Paar, ehe die Eltern sie auseinanderbrachten und Redford einen Zirkelkasten und ein Fahrrad als Ersatz schenkten. Phillip ist durch die Begegnung sichtlich durcheinander. Redford erwähnt Tanja gegenüber nichts. Phillip verschwindet und sackt bei einer Schwulenbar ab (ganz reizend: Michael Gwisdeck als schwuler Kellner). Es ist gerade Fasnacht und somit ein Kostümfest. Total betrunken wird Phillip schließlich von Matthias, einem Schüler und Walter, einem alten Mann in seine Wohnung gebracht. Er trifft Tanja am nächsten Tag in der Schule wieder, die sich große Sorgen gemacht hat. Phillip ist sich aber total unsicher und sucht noch Redford auf, der ihm vorwirft, was Phillips Eltern mit ihm getan haben. Phillip flüchtet.

Schließlich geht Phillip, um eine Eintrittskarte für sich und Tanja zu kaufen, zum Schauspielhaus. Dort ist viel los und Phillip trifft schließlich auf Matthias, denn er erst nicht erkennt. Doch dann unterhalten sie sich, gehen einen Kaffee trinken und rauchen gemeinsam. Schließlich muss Phillip gehen und Matthias bittet ihn, zu seinem Geburtstag zu kommen. Phillip geht nach anfänglichem Zögern hin und es beginnt eine Affäre zwischen ihm und Matthias. Doch Tanja ist schwanger, wie eine Lehrkollegin von Phillip vermutet. Phillip stellt Tanja zu Rede und dabei kommt heraus, dass er eine Affäre hatte. Aber nciht mit wem.

IM Schauspielhaus kommt es schließlich zum Eklat, als Matthias auf Phillip trifft, der aber mit Tanja hier ist. Tanja trennt sich darauf hin und Phillip fällt in ein Loch, weil er Matthias vor den Kopf gestoßen hat. Er sucht schließlich nach Matthias, findet ihn aber nicht. Im Endeffekt findet er ihn doch, doch Matthias mag ihn nicht mehr. Doch Phillip ist endlich so weit, seine Homosexualität offen zu zugeben und einen Affront gegen die Schulleitung zu beginnen.

Ja. Und diese Geschichte wurde total komisch gefilmt, es wurde nicht viel geredet, manchmal nur Szenen gezeigt und manchmal waren es zu schnelle Szenenwechsel. Und überhaupt verzichtet der Film weitgehend auf Musik. Und manchmal verzichtet der Film auch auf Echtheit. Denn wenn die Männer heulen, sieht es einfach unnatürlich aus.

Ja. Und jetzt bin ich nachdenklich. Wegen dem Film, der obwohl langatmig verfilmt, inhaltlich gut war. Einmal fragte Matthias Phillip, ob er das Gefühl kenne, wenn man abends sein Bett richte, noch hofft, dass einer klingelt, um mit einem die Nacht zu verbringen. Doch es kommt keiner und man bleibt allein. 

Der Darsteller von Phillip sieht übrigens aus, wie der junge Patrick Swayze.

Welcher Film ich auch ganz toll fand, war Sommersturm.

14.9.10 21:20
 


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